Im Jahresbericht 2025 des Departements Pharmazeutische Wissenschaften der Uni Basel bedankt sich Prof. Dr. Carsten Gründemann, Leiter des Arbeitsbereichs Translationale Komplementärmedizin, bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern. Da der Bericht unter anderem zahlreiche Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Phytotherapie und der Anthroposophischen Medizin vorstellt, verwendet Prof. Gründemann für sich und sein Team das Bild von Gärtnerinnen und Gärtnern: «Mit viel Liebe, Freude und Hingabe haben wir unsere Felder für die neue Saat vorbereitet und die Früchte der Vorjahre ernten dürfen. Eine farbenfrohe Auswahl unserer Ernte möchten wir Ihnen in diesem Jahresbericht vorstellen.»
Neben den Forschungsschwerpunkten beleuchtet der Jahresbericht auch die Organisation und Neuausrichtung des Curriculums für Humanmedizin im Fachbereich Komplementärmedizin und listet Originalarbeiten (peer-reviewed) des Arbeitsbereichs Translationale Komplementärmedizin aus dem Berichtsjahr auf.
Integrative Medizin lebt von Zusammenarbeit – über Berufsgrenzen hinweg, im Dialog und in gegenseitigem Vertrauen. Wie die Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen, Pflegefachpersonen, Komplementärtherapeutinnen und Naturheilpraktikern in der Praxis gelingt, beleuchtete am 21. Mai 2026 die Veranstaltung «Integrative Medizin jetzt gemeinsam gestalten». Der Branchenanlass, den der Verein integrative-kliniken.ch gemeinsam mit Partnern durchführte, stiess auf grosses Interesse: Rund 130 Teilnehmende konnten die Veranstalter (im Bild) in Zürich begrüssen.
Starke Tandems in Führung
Anhand von Best-Practice-Beispielen aus ärztlicher, pflegerischer und therapeutischer Sicht zeigten mehrere Referentinnen und Referenten auf, wie sie integrative Medizin leben. Daniela Bertschy, Leiterin Pflege und Mitglied der Klinikleitung der Klinik Arlesheim, stellte die Tandemarbeit vor, die heute im gesamten medizinischen Bereich der Klinik praktiziert wird: In jeder Bereichs- und Stationsleitung sind eine ärztliche und eine pflegerische Managementperson im Gespann für die Führung verantwortlich. Das sei schon ein Paradigmenwechsel gewesen, aber heute möchte das Team die Tandemarbeit nicht mehr hergeben, sagt die Pflegeleiterin: «Die Vorteile überwiegen: Man hat immer einen Sparringpartner, verbessert das gegenseitige Verständnis und man kann sich die Verantwortung teilen.»
Ayurveda, Atemtherapie und TCM direkt am Spitalbett
Ein weiteres eindrückliches Beispiel für die integrative und interprofessionelle Zusammenarbeit präsentierten Marco Gugolz, Direktor der Klinik Hirslanden, und Isabelle Bietenholz, Co-Founder und Co-CEO der JIVITA AG. Gemeinsam haben sie in der Klinik Hirslanden Zürich ein integratives Behandlungskonzept eingeführt und zertifiziert, bei dem komplementärmedizinische Therapien direkt am Spitalbett angewendet werden. «Die Patientinnen und Patienten können in jeder Phase ihrer Behandlung auf ein interprofessionelles Fachärzte-, Therapeuten- sowie Pflegeteam zählen, das gemeinsam den individuellen Behandlungsplan berät und bestimmt», sagt Isabelle Bietenholz. Die häufigsten Anwendungen seien Ayurveda, Atemtherapie, Aromatherapie sowie Traditionelle Chinesische und Traditionelle Europäische Medizin, erläutert die Mitgründerin von JIVITA.
Das integrative Konzept wird auf weitere Kliniken der Hirslanden-Gruppe ausgeweitet. Zudem sammeln Hirslanden und JIVITA Daten und wollen so Evidenz schaffen. Schon jetzt können sie aus Patientenfeedbacks ableiten, dass der integrative Ansatz unter anderem das allgemeine Wohlbefinden und die Schlafqualität verbessert oder etwa Ängste und innere Unruhe lindert.
Nächste Ausgabe ist in Planung
Neben den Best-Practice-Referaten konnten sich am Netzwerkanlass in Zürich drei Partnerverbände und ein Verein dem Publikum vorstellen, und nach einer angeregten Podiumsdiskussion pflegten die Teilnehmenden den Austausch und das Networking. Der Verein integrative-kliniken.ch will die vielen Impulse für die Zukunft der integrativen Medizin und den Schwung der Veranstaltung nutzen – die Verantwortlichen planen für 2027 bereits die dritte Auflage. Eindrücke vom Netzwerkanlass in Bildern
Seit 2012 ist rund die Hälfte der zugelassenen pflanzlichen Arzneimittel verschwunden. Schuld sind die gestiegenen regulatorischen Anforderungen, die hohen Zulassungskosten und die tiefen Medikamentenpreise, die das Bundesamt für Gesundheit diktiert. Das Arzneimittelsterben gefährdet die Grundversorgung und schränkt Patientinnen und Patienten in ihrer freien Therapiewahl ein. Auf Millefolia.ch erläutert die Gynäkologin Dr. med. Gesa Otti-Rosebrock, weshalb ihre Patientinnen dringend auf pflanzliche Arzneimittel angewiesen sind, und Rinaldo Just, Geschäftsführer der Schwabe Pharma AG mit Sitz in Küssnacht, schildert, wie es für die Hersteller pflanzlicher Arzneimittel immer schwieriger wird, kostendeckend zu produzieren.
Der Dachverband Komplementärmedizin fordert von den Behörden, dass sie den Besonderheiten pflanzlicher Arzneimittel bei den Zulassungsverfahren und bei den Hersteller-Inspektionen Rechnung tragen.
Das neue Millefolia-Bulletin ist da!
Dieser Beitrag ist auch im aktuellen Millefolia-Bulletin erschienen. Erhalten Sie zweimal jährlich kostenlos das gedruckte Millefolia-Bulletin! Auch bestellbar zum Auflegen – damit wir gemeinsam noch mehr Menschen für die Komplementär- und Integrativmedizin begeistern!
Drei neue Vorstandsmitglieder wählte die Mitgliederversammlung des Dachverbands Komplementärmedizin am 5. Mai in Olten. Ihre Vorgänger wurden an der Versammlung gewürdigt und verabschiedet. Ebenfalls verabschiedet wurde Walter Stüdeli, der den Dachverband mitgegründet und der seine politischen Geschicke während 17 Jahren massgeblich geprägt hat.
Die Mitgliederversammlung des Dakomed vom 5. Mai 2026 in Olten stand ganz im Zeichen von Wahlen und Verabschiedungen (Bild: Die Neugewählten Andrea Bürki, Zweite v.l., und Claudia Cairone, Dritte v.l., mit dem Dakomed Co-Präsidium Franziska Roth und Martin Bangerter. Beatrix Falch wurde in Abwesenheit gewählt). Zuerst aber genehmigten die Aktivmitglieder den Jahresbericht und die Erfolgsrechnung 2025 sowie das Budget 2026 und erteilten dem Vorstand einstimmig die Décharge. Der Kassier Herbert Schwabl hielt fest, dass der Verband ein strukturelles Defizit aufweist. Der Vorstand erarbeitet derzeit Lösungen, um dieses zu beseitigen. Der Geschäftsleitung attestierte Schwabl, dass sie auch 2025 kostenbewusst gewirtschaftet hat.
Zwei Ersatzwahlen und eine Neuwahl in den interdisziplinären Vorstand
Einstimmig folgten die Mitglieder den drei Wahlempfehlungen des Vorstands. Claudia Cairone, Naturheilpraktikerin und Co-Geschäftsführerin der Patientenorganisation anthrosana, tritt die Nachfolge von René Schwarz an. Andrea Bürki ersetzt Christian U. Vogel als Vertreterin der Organisation der Arbeitswelt KomplementärTherapie OdA KT – ihr Amt als Präsidentin der OdA KT gab Andrea Bürki am Tag nach der Wahl in den Dakomed-Vorstand ab. Und schliesslich wird der Vorstand des Dakomed, der bewusst interdisziplinär zusammengesetzt ist, um eine Vertretung der Phytotherapie erweitert: Dr. sc. nat. Beatrix Falch, Co-Präsidentin der Schweizerischen Pharmazeutischen Fachgesellschaft für Komplementärmedizin und Phytotherapie (FG KM Phyto) wird in Abwesenheit gewählt. Die neuen Vorstandsmitglieder sind für eine Amtsdauer von vier Jahren gewählt.
Das Dakomed-Co-Präsidium Franziska Roth und Martin Bangerter würdigte die langjährige Arbeit von Christian U. Vogel (Bildmitte), der seit der Gründung des Verbands 2009 im Vorstand tätig war und der massgeblich die Berufsausbildung der Komplementärtherapeut/-innen mitgestaltet hatte. Ebenso dankte das Co-Präsidium René Schwarz (Bild: links) für sein Engagement während fünf Jahren im Vorstand und für seine Arbeit zum Wohl der Patientinnen und Patienten.
Dakomed verabschiedet den langjährigen Politberater Walter Stüdeli
Und schliesslich verabschiedete die Versammlung mit grossem Applaus Walter Stüdeli (Bild: Vierter v.l.), den langjährigen Leiter Politik des Dakomed. Walter Stüdeli hat dieses Mandat per 1. Mai 2026 an seine Mitarbeiterin Cornelia Steck übergeben, die auch Geschäftsführerin des Schweizerischen Verbands für komplementärmedizinische Heilmittel SVKH ist.
Die Dakomed-Co-Präsidentin und Ständerätin Franziska Roth (SP / SO) blickte auf die Anfänge des Dachverbands zurück, als Walter Stüdeli, damals Berater und Geschäftsleiter des SVKH, das Initiativkomitee für die Volksinitiative «Ja zur Komplementärmedizin» gegründet hat. «Walter ist ein Brückenbauer, er versteht es, Mehrheiten zu gewinnen, und so hat er von Anfang an einen Riesenbeitrag geleistet, um die Komplementär- und Integrativmedizin im Schweizer Gesundheitswesen zu verankern», so Franziska Roth. «Im Bundeshaus werden wir sicherlich noch einiges zusammen anreissen», schloss die Co-Präsidentin – als Politberater und Lobbyist ist Walter Stüdeli für zahlreiche Player im Gesundheitswesen tätig und wird daher weiterhin in der Wandelhalle anzutreffen sein.
Und was erwarten eigentlich die Patientinnen und Patienten?
Drei spannende Impulsreferate von pro-salute.ch, Homöopathie Schweiz und anthrosana rundeten die Mitgliederversammlung 2026 ab. Die Referierenden beleuchteten aus ihren jeweiligen Blickwinkeln das Thema «Patientinnen und Patienten in der Komplementärmedizin: Herausforderungen, Erwartungen und Realität». Den abschliessenden Apéro nutzten die Mitglieder für angeregte Diskussionen und zur Kontaktpflege.
Das Eidgenössische Departement des Innern EDI bestätigt, dass ärztlich verschriebene homöopathische Behandlungen und Arzneimittel durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernommen werden.
Im Oktober 2023 hatte der Antrag einer Privatperson an das Bundesamt für Gesundheit BAG für Medienecho gesorgt: Das BAG solle den Pflichtleistungscharakter der ärztlichen Leistungen der Homöopathie überprüfen. Der Antrag verlangte eine sogenannte Umstrittenheitsabklärung, also die Prüfung, ob die Homöopathie die Kriterien der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit (WZW-Kriterien) erfüllt.
Am Donnerstag, 16. April, informierte das Eidgenössische Departement des Innern EDI die Stakeholder, die zum Antrag Stellung nehmen konnten, darunter auch der Dachverband Komplementärmedizin, dass es keine vertiefte Abklärung der Wirksamkeits-, Zweckmässigkeits- und Wirtschaftlichkeitskriterien braucht. Als Gründe für den Entscheid nennt das EDI in seinem Schreiben:
Eine vielfältige, integrative Medizin für alle
Mit dem Entscheid des EDI, auf eine vertiefte Abklärung der Wirksamkeits-, Zweckmässigkeits- und Wirtschaftlichkeitskriterien zu verzichten, bleibt die Leistungspflicht der Homöopathie in der Grundversicherung bestehen. Der Dachverband Komplementärmedizin Dakomed begrüsst den Entscheid: «Gemeinsam mit anderen Verbänden und Partnern setzen wir uns für eine vielfältige, integrative Medizin für alle ein. Ein Ausschluss der Homöopathie aus der Grundversicherung hätte einer Zweiklassenmedizin Vorschub geleistet», sagt Martin Bangerter, geschäftsführender Co-Präsident des Dakomed.
Die Neuauflage der Broschüre «Komplementärtherapie und Alternativmedizin: Berufe / Methoden und Fachrichtungen» richtet sich an Personen, die einen komplementärtherapeutischen
oder alternativmedizinischen Beruf erlernen wollen. Im Zentrum stehen die Ausbildungen, die zum Erhalt eines eidgenössischen Diploms als Komplementärtherapeutin oder -therapeut HFP oder als Naturheilpraktikerin oder -praktiker HFP führen. Herausgeber der fundierten Publikation ist das Schweizerische Dienstleistungszentrum Berufsbildung SDBB. Die beiden Organisationen der Arbeitswelt der vorgestellten Berufe, die OdA KT und die OdA AM, haben an der Broschüre mitgewirkt. Beide Organisationen der Arbeitswelt engagieren sich auch als Mitglieder im Dachverband Komplementärmedizin.
Die Neuauflage der Broschüre ist beim SDBB digital und gedruckt erhältlich. Zudem stellt das SDBB zwei Checklisten bereit, die bei der Wahl der Ausbildung und der Ausbildungsstätte unterstützen. Bisher liegt die Broschüre nur in deutscher Sprache vor.
Bereits im Oktober 2025 ist die OdA ARTECURA dem Dachverband Komplementärmedizin beigetreten. Nun stellt sich das 15. Aktivmitglied des Dakomed kurz vor.
Die OdA ARTECURA ist die Dachorganisation der Schweizer Berufsverbände für Therapien mit künstlerischen Medien. Als Organisation der Arbeitswelt für Kunsttherapie integriert sie weitere Partner der Berufslandschaft, insbesondere die Abnehmer von Kunsttherapie. Sie vertritt die berufspolitischen Interessen von mehr als 1500 Kunsttherapeutinnen und -therapeuten in der Schweiz und engagiert sich für die eidgenössische Etablierung der Kunsttherapie im Gesundheits- und Sozialwesen, in der Pädagogik und im soziokulturellen Bereich.
Die OdA ARTECURA ist die Ansprechpartnerin für Behörden, Kostenträger, andere Institutionen und die Öffentlichkeit und setzt sich für die angemessene Abgeltung kunsttherapeutischer Leistungen durch die Kostenträger ein. Als Trägerin der eidgenössischen Höheren Fachprüfung für Kunsttherapie pflegt sie auch den Kontakt mit Ausbildungsinstitutionen, mit Experten im Bereich der Kunsttherapie und mit anderen europäischen Fachverbänden. Der Begriff Kunsttherapie steht in der Schweiz für den Beruf mit jeweils einer der fünf Fachrichtungen:
Das Jahr 2026 ist reich befrachtet mit spannenden Veranstaltungen der integrativen und komplementären Medizin. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Weiterbildungsanlässe, Kongresse und Symposien und stellen Sie sich ihr Programm zusammen.
Der Veranstaltungskalender erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit – führt Ihr Verband, Ihre Organisation oder Firma im laufenden Jahr einen Anlass durch, der für die Branche interessant ist? Melden Sie uns das gerne unter [email protected].
10. April 2026: Seminar «Phytotherapie und Frauengesundheit», Pontresina
28. Mai 2026: 12ème Journée Romande de la Phytothérapie, sur le thème « Phytothérapie en gériatrie », Lausanne
24. bis 26. September 2026: Tetranationaler Phytotherapiekongress 2026 zum Thema «Phytotherapie bei nicht-übertragbaren Erkrankungen», Münster (DE)
26. und 27. September 2026: Weiterbildung Homöopathie SVHA ACADEMY, Modul 1. Erlistrasse 2, Küssnacht